Entwicklungsfördernde Einflüsse der Tier-Mensch-Beziehung

So banal es klingen mag, muss doch erwähnt werden, dass nicht alle Menschen einen Zugang zu Tieren finden – und auch nicht finden müssen.

Fühlt sich ein Kind, Jugendlicher bzw. Erwachsener jedoch zu einem Tier hingezogen, bekommt die Person und seine Bezugspersonen die Möglichkeit vieles über sich, über Beziehungsqualitäten und große Lebensthemen auf eine natürliche Art zu erfahren.

Der Kern der Tier-Mensch-Beziehung liegt in einer echten Begegnung, da jede Begegnung zwischen zwei Wesen das Potenzial hat, heilende Prozesse anzuregen.

„Eine Begegnung umfasst die gegenseitige Wahrnehmung, die Annäherung, den Kontakt, die allmähliche Loslösung und den Abschied. Begegnen sich Mensch und Tier, sind es gerade diese einzelnen Phasen einer Begegnung, welche spannungs- und erwartungsvolle Momente in sich bergen, die auf die Seele eine unmittelbare heilende Wirkung haben können“ (OTTERSTEDT 2001, S. 23).

Dieser heilsame Prozess ist im Rahmen einer ganzheitlichen Entwicklung zu verstehen. Die unvoreingenommene Annahme durch das Tier ermöglicht uns eine Öffnung für eine Begegnung mit einem ‚Du‘. Diese Öffnung geschieht nicht willentlich, vielmehr durch die Loslösung von Ich-bezogenen Ängsten und Zweifeln. Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühle steigen und unsere körperlichen, seelischen und geistigen Kräfte werden bestärkt.