Förderung der kommunikativen und sozialen Fähigkeiten

Der Umgang mit Tieren unterstützt durch vielfältige Einflüsse den Aufbau sozialer Fähigkeiten. Eine wichtige Grundlage bildet dabei die Form der Kommunikation zwischen Mensch und Tier, die der analogen Kommunikation nach Watzlawick entspricht. Sie nutzt die Ausdrucksmittel Gestik, Körperhaltung, Gesichtsausdruck und Stimmmodulation, die Sprache der Augen und der Berührungen. Sie bestimmt ebenfalls die frühkindliche Dialogform in der Beziehung zwischen Baby und Bezugsperson. Sie ist die Sprache der Gefühle und Bezogenheiten.

Ihr gegenüber steht die digitale Kommunikation, die mittels der Symbolik der Sprache Inhalte und Wissen mitteilt.

Analoge Kommunikation kann als ehrlich oder stimmig bezeichnet werden, da sie kaum bewusst manipuliert werden kann. Störungen der Kommunikation wie „double-bind“-Botschaften kommen nur zustande, wenn die Mitteilung auf der inhaltlichen Ebene vom Beziehungsaspekt abweicht.

C. Rogers bezeichnet diese Übereinstimmung zwischen innerem Erleben, Bewusstsein und Kommunikation als „Authentizität“ bzw. „Kongruenz“, welche er als Vorraussetzung für weiterführende Entwicklungen ansieht.

Zu betonen ist jedoch, dass nur durch eine gelingende Ergänzung von analoger und digitaler Kommunikation eine Ganzheit erreicht werden kann.

Förderung der kommunikativen und sozialen Fähigkeiten

Ein weiterer Aspekt, der eng mit der Kommunikation zusammenhängt, ist die Entwicklung von „Empathie“, welche im Kontakt zu Tieren eine Unterstützung erfährt. Verschiedene Untersuchungen belegen dass Kinder, die mit Tieren aufwachsen, besser Gefühle und Bedürfnisse anderer Lebewesen verstehen und nachempfinden können und dementsprechend besser in der Lage sind mit anderen Menschen mitzufühlen. Ihre Achtung vor anderen Lebensformen steigt, gleichzeitig wird der Zugang zu eigenen körperlichen, sozialen und seelischen Bedürfnissen erleichtert. Diese können eher zugelassen und ausgedrückt werden und ihre Erfüllung kann bewusster gestaltet werden.

Zusätzlich können Tiere eine Art „emotionale Katalysatorfunktion“ übernehmen indem sie es dem Kind ermöglichen, eigene Gefühle auf das Tier zu übertragen. Durch das zwischengeschaltete Medium Tier können eigene Befindlichkeiten, Belastungen und Probleme leichter verbalisiert und somit einer Bearbeitung zugänglich gemacht werden.

Andere Studien ergaben, dass Tiere einen sog. „Sympathiebonus“ mitbringen: Menschen, die auf Fotos mit einem Tier abgebildet waren, wurden positiver eingeschätzt, als ohne Tier. Zu Menschen mit Behinderungen wurde offener Kontakt aufgenommen und Hilfe angeboten, wenn sie von einem Tier begleitet wurden. Insgesamt scheint die Kontaktaufnahme zwischen Menschen in Anwesenheit eines Tieres leichter zu fallen.

Kinder und Jugendliche die einen Teil ihres Lebens in einer sozialpädagogischen Institution verbringen leiden häufig unter einer Stigmatisierung durch ihr Lebensumfeld und finden schwerer Kontakt zu anderen. Hier können die Tiere als etwas Besonderes erlebt werden, dass die Kinder positiv von anderen unterscheidet.

Kommunikation findet z. B bei gemeinsamer Hufpflege statt